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MAZ berichtete: Messerscharf vermehrt

11.07.2019

"Das Veredeln von Rosen ist nicht nur den Profis vorbehalten – bei der Landesgartenschau erfuhren die Besucher im Garten-Info-Treff von Rosenfreund Eberhard Banse, wie es funktioniert Von Cornelia Felsch

 

Wittstock. Der Tisch im Garten-Info-Treff ist gedeckt – der Referent Eberhard Banse hat sich für seinen Veredelungsvortrag reichlich mit verblühten Rosensorten eingedeckt. Es sind frische Zweige von verschiedenen Edelrosen, an denen noch die verwelkten Blüten sichtbar sind.

Rund zwanzig Besucher sind gekommen und warten gespannt darauf, dass der Rosenfreund ihnen einige Geheimnisse zum Thema Rosen verrät. In der Wittstocker Fachgruppe ist er der Spezialist, wenn es darum geht, den richtigen Schnitt am Rosenstängel zu vollziehen.

Hans-Werner Willmann ist aus Rathenow gekommen, um die Landesgartenschau zu besuchen. 1986 hat er von seinem Großvater einen Schrebergarten übernommen. Zuvor hat er ihm bereits beim Veredeln von Obstbäumen über die Schulter geschaut. „Nun will ich das mit den Rosen auch mal probieren“, sagt er.

In einen Blumenkasten hat Eberhard Banse mehrere Wildrosen mitgebracht, die ihm als Unterlage für seine Neuzüchtungen dienen. Sie besitzen kräftige Wurzeln und sind so weniger anfällig gegen Krankheiten und Schädlinge. „Die Wildrosen gibt es für diesen Zweck beim Gärtner zu kaufen“, sagt er. Wer viel Geduld und Zeit hat, kann sich allerdings Wildrosenpflänzchen aus Hagebutten selbst heranziehen. Bis diese allerdings so stabil sind, dass man sie als Unterlage verwenden kann, vergehen etwa drei Jahre.

Vor dem Veredeln wird der Wurzelhals der Wildrose gesäubert, damit kein Schmutz in die Wunde gelangt. Damit das Vermehren der Rosen auch perfekt funktioniert, ist das richtige Werkzeug unerlässlich – das Okuliermesser. Eberhard Banse verfügt über verschiedene Ausführungen.

Am Wurzelhals der Wildrose – etwa drei Zentimeter über dem Boden – setzt er nun das Messer an und vollzieht einen etwa vier Zentimeter langen, senkrechten Schnitt und einen Querschnitt, so dass ein T entsteht. Dabei verletzt er nur die äußere Rinde. In die Enden, die nun auseinandergeklappt werden können, schiebt er vorsichtig das von der Edelrose entfernte Auge hinein. Damit sich gerade in der Anfangszeit kein Schmutz in dieser Wunde sammelt und der Edeltrieb nicht rausrutschen kann, umwickelt er die Veredelungsstelle mit einem Folienband. „Nun sollten sie ihre Rose hegen und pflegen und zum Schutz anhäufeln. Nach etwa sechs Wochen können sie einen Kontrollblick darauf werfen.

Wenn die Veredelung vollzogen ist, dauert es bis zum nächsten Frühjahr, bis sich die ersten Triebe zeigen. „Die Triebe der Wildrose müssen dann oberhalb der Veredelungsstelle abgeschnitten werden“, sagt Eberhard Banse. „Es ist ein toller Moment, wenn sich die erste kleine Blüte am jungen Trieb zeigt.“ Bilden sich Wildtriebe, dann empfiehlt Eberhard Banse diese nicht abzuschneiden, sondern sie herauszureißen.

...

Das Veredeln der Rosen ist allerdings nur eine Methode, Rosen zu vermehren, die vorwiegend Gärtnereien anwenden. ... Für Laien einfacher ist das Vermehren durch Stecklinge von Juni bis August, wenn die einjährigen Triebe schon verholzt sind. Von einem solchen Trieb kann man bleistiftlange Stecklinge schneiden. Die Blätter werden entfernt und nur die obersten bleiben am Steckling, der anschließend in die Erde gesteckt und mit einem Glas abgedeckt werden sollte. Alle Rosen, die Hagebutten bilden, also Samen, können im Spätherbst ausgesät werden.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: MAZ berichtete: Messerscharf vermehrt

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Fachliches Wissen weiter gegeben (10.07.2019)

Vermehrung von Rosen durch Okulation: Vortrag und praktische Vorführung auf der Laga durch Eberhard Banse kam bei den Besuchern gut an.

 
Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V.