Nach dem Vorbild von Dr. Konrad Näser: Versammlung der frühen Blüher auch in Lentzke

30.03.2020

Seit vielen Jahren besuche ich regelmäßig seinen Blütengarten in Potsdam, versuche dabei mit ihm ins Gespräch zu kommen, von seinen in Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen zu profitieren. Seine Artikel in Fachzeitschriften lese ich stets zuerst. Dr. Konrad Näser ist für mich ein großes Vorbild. Besonders angetan bin ich immer wieder aufs Neue von seinem Vorfrühlingsgarten – so nenne ich die atemberaubende Mischung von Farben und Formen. Schneeglöckchen / Galanthus und Winterlinge / Eranthis sind meist schon verblüht, wenn er seinen Garten für Besucher öffnet. Dafür blühen Buschwindröschen in Weiß / Anemone nemorosa und in Gelb / Anemone ranunculoides. Sogar das besondere Leipziger Windröschen in Schwefelgelb / Anemone x lipsiensis (seemanii) ist vertreten. Weitere Anemonen / Anemone blanda in unterschiedlichen Sorten und Farben ergänzen das Bild. Es gibt die wunderbaren Leberblümchen / Hepatica nobilis und Lungenkraut / Pulmonaria. Dazu kommen die opulenten Lenzrosen / Helleborus, darunter seine eigene Auslese im seltenen Gelb ‚Frohe Ostern‘. Krokusse fehlen ebenso wenig wie Narzissen, Tulpen und Wildtulpen. Meine Lieblinge in all dem bunten Blühen sind die Lerchensporne. Der Hohle Lerchensporn / Corydalis cava kommt in der Natur in zarten Lila- und Violetttönen vor. Bei Konrad Näser und seiner Frau Christa finden sich roséfarbene, kräftig rote und kräftig violettfarbenene, auch mit weißen Blütenteilen.

50 Jahre habe es gedauert, bis sich diese frühen Blütenpflanzen bei ihm im gesamten Garten nahezu flächendeckend ausgebreitet haben. So hat Konrad Näser mir erzählt - und damit meinen Optimismus zunächst etwas gedämpft. Trotzdem: Vor 12, 13 Jahren habe ich in meinem eigenen Garten drei Flächen ausgewählt und angefangen, all diese Frühblüher darauf zu versammeln. Jedes Jahr ein paar mehr. Nach und nach haben sie sich vegetativ und generativ vermehrt. Ich kann vom Zimmer aus beobachten, wie sie allen Witterungen zum Trotz bereits ab Februar Revier erobern und Blüten schieben. Die milden Winter tun ein Übriges.

Und: Ich kann im März/ April 2020 feststellen, dass sie zumindest auf den drei ausgewählten Beeten zirka 80 Prozent der Fläche bedecken. Darüber hinaus streuen sie ihre Samen zunehmend auch auf den daneben liegenden Flächen aus. Zum Beispiel die Lerchensporne. Was für eine Freude!   (Kirsten Große)

 

Zu den Bildern: Jedes Jahr werden es mehr. Die Vorfrühlingsboten vermehren sich generativ und vegetativ. Fotos (13): Große

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Nach dem Vorbild von Dr. Konrad Näser: Versammlung der frühen Blüher auch in Lentzke

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