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Rosenfreunde ganz in Familie: privates Treffen in Berlin und Potsdam

23.08.2020

Die Berliner Rosenfreunde hatten vom 21. bis 23. August zum diesjährigen Treffen der nord- und ostdeutschen Freundeskreise der Deutschen Rosengesellschaft e.V. nach Berlin und Potsdam eingeladen. Aufgrund der momentanen Situation wurde dieses Treffen als rein private Veranstaltung durchgeführt. So haben wir uns zu Beginn auf den gemeinsamen Namen „Familie Rosenfreunde“ geeinigt, um den nichtoffiziellen Charakter des Treffens zu verdeutlichen.

Am wahrscheinlich heißesten Tag des Jahres mit immerhin 36° Celsius trafen wir uns ab 14 Uhr in der Berliner Baumschule Späth. Viel Freude war in den Gesichtern, denn hier kamen Gleichgesinnte zusammen, die mittlerweile zu Freunden geworden sind. Die Berliner Gastgeber hatten sich liebevoll um das leibliche Wohl ihrer Gäste gekümmert, und so gab es unter anderem leckeren Kuchen. Bevor es dann mit dem offiziellen Programm losging, wurde den Organisatoren des Treffens, Susanne Fünfstück und Thomas Marschall, von unserer Rosenfreundin Dr. Kirstin Kley, Leiterin des Freundeskreises Bad Langensalza, jeweils ein Exemplar der Rose „Rosenstadt-Bad-Langensalza“ als Dankeschön überreicht.

Im Anschluss hielt der Geschäftsführer der Baumschule Späth – mit 300 Jahren übrigens die älteste Europas - Holger Zahn, einen überaus interessanten und emotional berührenden Vortrag zur wechselvollen und immer auch politisch beeinflussten Geschichte der Späthschen Baumschule. Aus Anlass des 300. Geburtstages wurde ein Prachtband über den Werdegang dieses außergewöhnlichen Unternehmens gedruckt. Dank des Engagements von Thomas Marschall bekamen wir die wirklich allerersten Exemplare zum Kauf angeboten. Es hat sich gelohnt, ich habe lange nicht so ein wunderschönes Buch in den Händen gehalten.

Nach dem Abendessen begaben wir uns in die Diskussion – zusammen mit unserem temporären Familienmitglied, der Vizepräsidentin Dorothea Jungen. Es wurde vieles angesprochen, aber Lösungen konnten wir leider nicht generieren. In der Diskussion selbst und auch in vielen Gesprächen im Nachhinein wurde doch sehr deutlich, dass die Verbindung zwischen den Freundeskreisen und dem Vorstand beziehungsweise der Geschäftsstelle arg gestört ist, vielleicht sogar am sogenannten „seidenen Faden“ hängt. Hier bedarf es für die Zukunft sehr viel Arbeit, um es wieder zu richten.

Am Sonnabend überraschten uns unsere Gastgeber mit dem Besuch der Königlichen Gartenakademie in Berlin.

Viele von uns waren schon des Öfteren auf dem Staudenmarkt im botanischen Garten in Berlin-Dahlem, aber kaum jemand von uns ist auf die Idee gekommen, die genau gegenüber liegende Königliche Gartenakademie zu besuchen. Es hat uns begeistert, von der Chefgärtnerin in die Geschichte dieses Kleinodes eingeführt zu werden. In einer leider viel zu kurzen Führung durften wir vieles über diese Akademie erfahren und konnten uns im Nachhinein ein eigenes Bild von der wunderbaren Anlage machen. Es war ein wirklich herausragender Punkt unseres Familientreffens.

Danach besuchten wir zwei private Gärten der - im wahrsten Sinne des Wortes - Extraklasse.

Familie Hildebrandt empfing uns in ihrem Refugium mitten in Berlin. Keiner von den Teilnehmern vermutete, dass sich in der Großstadt an einer vielbefahrenen Straße und hinter einer Toreinfahrt solch eine Gartenoase befinden könnte. Familie Hildebrandt empfing uns herzlich und hatte Erfrischungen und kleine Snacks bereitgestellt. Das war wichtig bei der höchstsommerlichen Hitze, aber viel wichtiger war dieses kleine Paradies, was sich hier für uns öffnete. Mit viel Liebe zum Detail haben die beiden sich einen wunderbaren Rückzugsort und Ruhepol geschaffen. Vielen Dank an unsere Gastgeber, es war wunderschön bei Euch.

Das nächste Highlight war der Garten der Familie Kriete, gelegen in einer Kleingartenanlage. Wir waren von der kreativen Gartengestaltung sofort eingenommen, überwältigt, beeindruckt, inspiriert ... Familie Kriete hat ihr Gartengrundstück von zirka 600 Quadratmetern in ein Gesamtkunstwerk verwandelt. Es gab so viele Inspirationen und wunderschöne Details, so dass in der ersten halben Stunde von den Gesichtern der „Familie“ nicht viel zu sehen war, denn sie waren von klickenden Handys und Fotoapparaten verdeckt. Natürlich gab es auch hier leckere Erfrischungen und so manchen Sitzplatz zum Beine-und-Seele-baumeln-Lassen. Liebe Familie Kriete, auch an Euch ein ganz großes Dankeschön für diesen großartigen Genuss.

Nach dem gemeinsamen Abendessen hat uns Susanne Fünfstück in Bild und Vortrag über ihren kleinen, aber feinen Naturgarten berichtet. Sie experimentiert seit Jahren mit einheimischen und bei uns heimisch gewordenen Wildpflanzen, wobei das Durchhaltevermögen der Pflanzen bei anhaltender Trockenheit eine immer größere Rolle spielt.

Am Sonntag trafen wir uns zuerst im Foerster–Garten in Potsdam-Bornim, wo uns unser Rosenfreund Hermann Oehring sach- und fachkundig über das Leben Karl Foersters sowie seinen Anspruch und Umgang mit den von ihm geliebten Stauden berichtete. Es war einfach wohltuend, sich dieses historisch geprägte Kunstwerk von Garten in Ruhe anschauen zu dürfen.

Im Anschluss besuchten wir den Garten der Familie Näser, ebenfalls in Potsdam-Bornim. Dr. Konrad Näser persönlich begrüßte uns und gab einen kleinen Überblick über seine Gartenphilosophie und das Werden des Gartens über knapp sechs Jahrzehnte hinweg. Es war wie immer ein wunderbares Erlebnis, bei Christa und Konrad Näser zu Besuch sein zu dürfen.

Vielen Dank, Ihr lieben Berliner Rosenfreundinnen und Rosenfreunde, für die wunderbare Zeit, die wir gemeinsam verbringen durften. Es hat wirklich gut getan, in dieser doch besonderen und seltsamen Zeit so viel Schönes und Inspirierendes zu erleben. (Rainer Kröger)

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Rosenfreunde ganz in Familie: privates Treffen in Berlin und Potsdam

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