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Nun schon drei Plaketten „Natur im Garten“ bei den Rosenfreunden Wittstock

04.09.2022

Aktion ist jetzt offiziell im Land Brandenburg angekommen:

Es waren offiziell die ersten fünf Plaketten der Aktion „Natur im Garten“, die im Land Brandenburg vergeben wurden. Am 31. August hatten sich auf dem Anwesen der Rosenfreunde Petra und Jörg Schneider in Brüsenhagen die fünf Gartenbesitzer versammelt, deren Refugien unter anderem durch Martina Grade vom Biossphärenreservat Flusslandschaft Elbe nur wenige Wochen zuvor zertifiziert worden waren: Neben den Gastgebern waren es Elvira Gwozdz und Harald Flachshaar aus Ellershagen, ebenfalls Mitglieder im Freundeskreis Wittstock der Deutschen Rosengesellschaft. Zu den Ausgezeichneten gehören des Weiteren Reintraut Gloe aus Rüthnick, Maik Misch aus Linow sowie Stephan Lehmann aus Teetz.

Die Staatssekretärin im Brandenburgischen Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz, Anja Boudon, hatte sich an diesem Vormittag eine Stunde Zeit genommen, um die Emaille-Plaketten mit der Aufschrift „Natur im Garten“ und dem freundlichen Igel feierlich an die Freizeitgärtner zu überreichen. Jeder von ihnen hat in den vergangenen Jahren viel dafür getan, um die für die Zertifizierung erforderlichen Kriterien zu erfüllen. Einen oder zwei Igel gab es für den Verzicht auf jede Form von chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie auf den Verzicht von Torf oder torfhaltiger Erde. Ausdrücklich gefordert sind „wilde“ Ecken mit Totholz und Steinhaufen, Wiesen mit Wildkräutern, Kompostwirtschaft und die Verwendung von Pflanzen und Gehölzen, die vor allem Vögeln, Insekten und Kleintieren ihre Lebens- und Rückzugsmöglichkeit sowie Nahrung bieten. – Um nur die wesentlichsten Beispiele zu nennen.

„Wir leben schon seit Jahrzehnten so“, sagt Jörg Schneider. Für ihn ist die Plakette „Natur im Garten“ eine Anerkennung dafür, was er und seine Frau Petra in vielen Jahren aufgebaut haben. Sie halten Nutztiere und bauen ihr eigenes Obst und Gemüse an. Die Kräuter für die Küche kommen natürlich von Petras artenreichem Kräuterbeet. Für sie selbstverständlich findet diese Bewirtschaftung im Einklang mit der Natur statt. Dass nicht nur der Schaugarten, sondern auch der wirtschaftliche Teil des Gartens „ordentlich“ aussieht, ist Jörg besonders wichtig: „Auch ein gut gestalteter und gepflegter Garten kann im Sinne der Natur funktionieren.“ Oder anders herum: „Es muss nicht wild aussehen, was natürlich ist.“ Mit Stolz verweist er auf die zahlreichen hier brütenden Wildvogelarten und die Insekten, die sich hier offenbar sehr wohl fühlen.

Auch Susannen und Detlef Gebühr in Neustrelit im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern wissen, wie ein Naturgarten funktioniert. „Da steckt viel (Denk-)Arbeit und Fleiß dahinter. Wir haben uns die Plakette auch erarbeitet, und es hat dann beim zweiten Anlauf auch geklappt“, berichtet Susanne. „Wir haben umgedacht. Jetzt wachsen Klee, Schafgarbe, Spitzwegerich, Löwenzahn und viele weiter Kräuter da, wo einst regelmäßig gemäht wurde. Es sieht viel natürlicher aus.“ Und neben dem „Flug- und Bodenpersonal“, also den Insekten, Vögeln und Eidechsen, werden auch die Nerven geschont. Denn auch wöchentlich dröhnende Rasenmäher sind Umweltsünder. Susanne und Detlef sind erstaunt, wie sich ohne ihren Eingriff die Vegetation nach ihren eigenen Gesetzen entwickelt. Susanne: „Es ist eine etwas andere Schönheit entstanden.“

Ines Lehmann strebt zusammen mit anderen Rosenfreunden bereits seit fünf Jahren nach dieser sichtbaren Form der Anerkennung. Bisher hat es für ihren und Andreas´ Garten in Blesendorf aus unterschiedlichen Gründen noch nicht geklappt. Der Hauptgrund liegt darin, dass diese aus Österreich kommende Aktion im Land Brandenburg gerade erst offiziell etabliert wurde. Es gab erst eine Ausbildung von Zertifizierern, im Vorsommer, und einfach noch nicht genug Zeit für die Begutachtungen. Ines: „Interessant und wichtig ist diese Entwicklung, weil gerade Privatgärten ein großes Potential für die Vielfalt in der Natur darstellen.“

Somit sind also immerhin bereits drei Gärten von Rosenfreunden als naturfreundlich gekennzeichnet. Und sicher ist: Weitere werden folgen. Das Interesse ist groß. (ki)

 

 

Bild zur Meldung: Nun schon drei Plaketten „Natur im Garten“ bei den Rosenfreunden Wittstock

Fotoserien


Natur im Garten Plaketten (04.09.2022)

Mit Plaketten wurden Elvira Gwozdz und Harald Flachshaar für ihren Garten in Ellershagen sowie Petra und Jörg Schneider für ihren Garten in Brüsenhagen ausgezeichnet. Die Übergabe durch Staatssekretärin Anja Boudon und Zertifiziererin Martina Grade fand am 31. August in Brüsenhagen statt. Fotos: privat

 
Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V.