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Von Pflanzenbörse bis Aktion Friedenslicht: Wie die Rosenfreunde Wittstock Mitglieder werben

04.07.2024

Im Gegensatz zu anderen Freundeskreisen vor allem im Süden und Westen der Bundesrepublik, die aus einer langen Tradition heraus oft mehrere hundert Mitglieder haben, sehen wir uns hier in einer anderen Situation. Der Freundeskreis Wittstock wurde vor 29 Jahren von genau acht rosenbegeisterten Menschen in und um Wittstock gegründet. Trotz des Engagements von Gründungsinitiator Conrad Utecht und seinen Mitstreitern und trotz der Rosengeschichte um Schneider II in Wittstock blieb das Interesse am Thema Rosen in der lange von Ackerbau und Handwerk geprägten Kleinstadt eher bescheiden. Eine wirkliche Gartentradition war und ist hier nicht ausgeprägt. 


Als Ines Lehmann die Leitung des Freundeskreises 2006 übernahm, waren es elf Mitglieder. Viele gute Ideen für Veranstaltungen und Aktionen sowie die Zusammenarbeit mit der Stadt Wittstock haben den Freundeskreis und die Deutsche Rosengesellschaft (damals noch Gesellschaft der Rosenfreunde) auch über Wittstock hinaus bekannter gemacht. Der Terminkalender war gut bestückt. Doch Menschen, mit denen die Rosenfreunde ins Gespräch kamen, brachten zum Ausdruck, dass sie sich doch für alle Pflanzen im Garten interessieren würden - nicht nur für Rosen. Auch der Wunsch nach einer naturnahen Gestaltung von Gärten nahm allmählich zu. Manch einer bezweifelte, dass dieses Thema innerhalb einer Rosengesellschaft gut platziert wäre. Die Rose zu elitär? Für manchen Gartenfreund schon.
Es war also viel Aufklärungsarbeit nötig. Und die wurde geleistet, praktisch in jeder öffentlichen Veranstaltung. Davon gab und gibt es acht bis zehn pro Jahr. Und es zeigten sich Erfolge. Die Zahl der Mitglieder stieg, keine hohen Zuwachse, aber prozentual an der Gesamtzahl gemessen, waren sie bedeutsam. Und ganz wesentlich: Es gibt im Freundeskries Wittstock kaum “nur zahlende” Mitglieder. Wer hier geworben wurde oder selbst den Weg fand und findet, fügt sich mit Begeisterung, Ideen und Tatkraft in das kleine Häuflein der Unentwegten ein. 
Rainer Kröger übernahm 2016 die Leitung des Freundeskreises Wittstock mit ca. 20 aktiven Mitgliedern (und einigen weiteren, die nur auf den Listen der Deutschen Rosengesellschaft erscheinen - nicht zu den Veranstaltungen). Und auch er legte und legt bei seinem Engagement großen Wert auf die Mitgliederwerbung.


Möglicherweise haben die Rosenfreunde in Wittstock, der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin der Rosengesellschaft und deren Vorstand gegenüber zu wenig darüber gesprochen und geschrieben. (Wir waren mit unserem immer umfangreichen gewordenen Veranstaltungsplan gut beschäftigt). Deshalb listen wir hier im Folgenden auf, womit wir über Jahre hinweg öffentlich wirksam geworden sind bzw. was aktuell läuft.  

Hinter jeder Aktion steckt der Gedanke, interessierte Menschen für uns zu gewinnen.
-    Aktion Friedenslicht: In der Region und weit darüber hinaus wurden auf Initiative von Ines Lehmann im Frühjahre 2024 mehr als 620 Rosen verteilt, zumeist an Nichtmitglieder. Der Friedenwunsch hat dabei Menschen auf das Thema Rose aufmerksam gemacht. 
-    Rosentaufen: Zwei Rosen haben die Wittstocker Rosenfreunde bereits getauft. 2015 bekam eine Meilland-Züchtung nach dem altpolabischen Wort für “Wittstock” den Namen “Rosa Wizoka”. Zusammen mit der Fontanestadt Neuruppin haben wir 2019 zum 200. Geburtstag des Schriftstellers eine Tantau-Züchtung auf den Namen “Theodor Fontane Rose” getauft. Und wir haben dafür gesorgt, dass dies vielbeachtete Ereignisse  wurden. 
-    Bürger pflanzen Kletterrosen: In Wittstock wurden Hauseigentümer dafür gewonnen, an den Fassaden ihrer Gebäude in der historischen Innenstadt Kletterrosen zu pflanzen. Die Aktion läuft seit der Freundeskreis besteht, wurde zur Laga Wittstock 2019 noch mal intensiviert und läuft dauerhaft weiter. Die RF beraten zur Sortenwahl, Pflanzung und Pflege. Wenn man heute durch die Dossestadt läuft, kann man nur über die vielen Rosen staunen. 
-    Workshop Rosenschnitt: Jährlich findet im Frühjahr an wechselnden Orten ein Workshop zum Frühjahsschnitt an Rosen statt. 
-    Medienarbeit: Zu allen öffentlichen Terminen werden Pressemitteilungen verschickt, als Einladung für interessierte Menschen und an die Medienvertreter. (Sie gehen übrigens immer auch an die Deutsche Rosengesellschaft und die Redaktion des Rosenbogens.) Mit unserer professionellen Öffentlichkeitsarbeit erreichen wir, dass diese Ankündigungen auch tatsächlich in den regionalen Zeitungen und Radiosendern erscheinen. Das trifft auch auf die Berichterstattung über unsere wichtigsten Veranstaltungen zu. 
-    rosenfreunde-wittstock.de: Termine, Ankündigungen, Berichte mit vielen Fotos finden sich natürlich auch auf unserer Homepage www.rosenfreunde-wittstock.de. Sie existiert unter Federführung von Kirsten Große seit 2013 und wird seitdem regelmäßig mehrmals im Monat aktualisiert.  
-    Pflanzenbörse: Einmal im Jahr laden die RF zu einem Pflanzentausch ein. Er wird zunehmend gut besucht und macht sowohl den Anbietern als auch den Erwerbern von vielen kleinen Pflanzenschätzen viel Freude. Petra Puls stellt dafür ihre “Grüne Oase” als Veranstaltungsort zur Verfügung.
-    Drei Rosenbeete auf dem Laga-Gelände: Unter der Regie von Christiane Siebert hat sich innerhalb des Freundeskreises eine Arbeitsgruppe gebildet, die seit 2019 die drei Rosenbeete hinter der Bischofsburg pflegt. Einmal im Monat finden dort Einsätze statt. Ein großer Kraftaufwand für die Akteure, die ja selbst auch große Gärten haben. 
-    Regelmäßige Infostände: Sie gibt es bei Offenen Gärten unserer Mitglieder, beim Tag des offenen Ateliers bei RF Glöde, bei Veranstaltungen der Stadt Wittstock oder anderer Partner. Zuletzt beim 20jährigen Bestehen eines christlichen Archehofes, wo wir berieten und die Rose Friedenslicht verkauften.
-    Fachvorträge: Die Wintervorträge bei dem Rosenfreunden erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Themen waren z.B. “Effektive Mikroorganismen und ihre Einsatz im Garten”, “Über den Nutzen der Regenwürmer”, “Kräuter für den Rosengarten” ... 
Unsere Mitglieder haben auch ganz individuelle Projekte
    * “Die geheimen Abenteuer von Wutz und Gerdi”: Elvira Gwozdz hat ein Buch über das geheime Leben im und auf dem Gartenboden geschrieben, das von Kunstmaler Detlef Glöde aufwändig illustriert wurde. Eine lehrreiche Geschichte für Groß und Klein - ohne den erhobenen Zeigefinger. Der zweite Teil ist in Arbeit. Bei Lesungen treten beide als Rosenfreunde auf.
•    Gartenreise: Gudrun Kröger organisiert mit viel Liebe und Sachverstand im Zweijahresrhythmus eine Gartenreise. Für drei Tage geht es dann zu einem intensiven Besuchsprogramm in Gärten und öffentliche Anlagen des norddeutschen Raumes. Neben den Rosenfreunden sind auch Gäste eingeladen. Und etliche Mitglieder sind zu uns gekommen, weil sie die Rosenfreunde und die Deutsche Rosengesellschaft während dieser Reisen kennengelernt haben.
•    Natur im Garten: Drei Gärten wurden bereits mit der Plakette “Natur im Garten” ausgezeichnet. Harald Flachshaar und Kirsten Große haben sich darüber hinaus zum Zertifizierer ausbilden lassen und sind unterwegs, um Gärten zu begutachten. Und sie sind immer auch als (stolze) Mitglieder der Deutschen Rosengesellschaft unterwegs.  
•    Abseits der Offenen Gärten laden Ines Lehmann und Kirsten Große Interessierte zu individuellen Besuchen in ihre Rosengärten ein. Hier kommen häufig Menschen zusammen, die bisher noch nichts von der Deutschen Rosengesellschaft wussten.  
... und vieles mehr.
Von den 45 Mitgliedern, die derzeit offiziell zu unserem Freundeskreis gehören, sind 27 aktiv bei diesen öffentlichen Veranstaltungen dabei.
(Kirsten Große) 
 

 
 
Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V.